Der Gasthof zum Schwan wurde erbaut um 1700 von Hans Barthel Ulrich, einem Sommeracher Bürger und Ratsherr. 1832 war der Gasthof mutmaßlich Zentrum der unterfränkisch-bayerischen Revolutionsbewegung um den Würzburger Oberbürgermeister Behr als Opposition zu Ludwig I. (vgl. Artikel unten).

1900 wurde das Gebäude ausgebaut, unter anderem mit dem einzigartigen Festsaal. In den 1990er Jahren erfolgte eine aufwendige Restaurierung. Zuvor wurde der Schwan vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege schon „zu den außergewöhnlichsten und bedeutendsten Wirtshäusern Frankens“ gezählt.

2001 folgte die Auszeichnung mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille.

Heute wird das Haus familiär und sympathisch geführt von der Familie Münch, welche die Tradition des Hauses mit einem hohen, zeitgemäßen Qualitätsanspruch verbindet.

ISBN 978-3
-937200-70-5

Genuss mit Geschichte - Buch

Der am Ostufer des Mains gelegene mainfränkische Marktflecken Sommerach gilt mit seiner Ortsbefestigung aus dem Spätmittelalter, mit den stattlichen Winzerhöfen aus der Zeit des Barock sowie mit einer Vielzahl von Hackergehöften und Kleinhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert als ein Ensemble von hohem denkmalpflegerischen Rang. Innerhalb dieses nahezu geschlossenen Ortsbildes setzt dort, wo sich die zentrale Hauptstraße zu einem breiten Platz öffnet, der Gasthof zum Schwan seit mehr als dreihundert Jahren einen wirkungsvollen Akzent.

Das Buch „Genuss mit Geschichte“ erhalten Sie natürlich bei uns im Gasthof zum Schwan.

B 29 38
ISSN 0015-9905

Frankenland - Buch

Von Ute Feuerbach - So kam es, dass Stadtkommissar Klüber „bei Gelegenheit einer Geschäftsreise“ im Landgerichtsbezirk Volkach „Freiheitsgeist, dann Rebellische Einflößung von B. Behr“ feststellen mussten, was er sofort an die Kreisregierung meldete. Generalbrigadier Andreas Spieß zu Volkach, ein „guter alter Bekannter“ von ihm, habe ihm gegenüber bedauert, dass „in seinem Patrouille-Bezirk tiefgewurzelter Freiheitsschwindel“ nicht ausrottbar sei. Grund sei die geheime Paktierung der Ortsvorsteher im Volkacher Bezirk mit Behr, der rege Korrespondenz mit diesen führe. Diese verheimlichten jede Bewegung in ihren Dörfern, so dass eine Untersuchung nur schwer durchführbar sei.

Als „Muttersitz des revolutionären Stoffs bezeichnete er das Gasthaus zur Schwane in Sommerach, wo jeden Nachmittag sich die Gesellschaft der Schwindler versammele und weiter verarbeite, was Professor Behr in periodischen Besuchen dort niedertrage.“

Hervorgehoben als Leitfiguren des revolutionären Zirkels werden neben Gastwirt Mohr der Bauer Zänglein, die beiden Schullehrer von Sommerach, der Gastwirt Schmitt zu Rüdenhausen, der Schreiber des dortigen Herrschaftsgerichts namens Stöckert und der Vorsteher Knobloch zu Nordheim, „der am Feste zu Gaibach von seinen Nachbarn Unterschriften für eine ultraliberale Idee gesammelt habe“. Erstaunt zeigte sich der Stadtkommissar Klüber in seinem Bericht über die Schilderung von Spieß, dass im Gastraum der Sommeracher Wirtschaft zur Schwane drei Porträts aufgehängt seien: von König Max, von König Ludwig und vom Professor Behr.

Film Bayerischer Rundfunk
Unter unserem Himmel
März oder April 2011

Beitrag aus der Reihe "Unter unserem Himmel" des Bayerischen Rundfunks mit vielen Auszügen des Gasthof zum Schwan, darunter Original-Aufnahmen aus den 50er Jahren mit dem Sommeracher Männerchor.